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Archiv für April 4, 2008

Google Earth Outreach für Non-Profit- und Wohltätigkeitsorganisationen

April 4, 2008 BlackHole Kommentieren

Google hat gestern, Donnerstag, in Deutschland einen neuen Service für seine Geodaten-Dienste Google Earth und Google Maps gestartet. Mit Google Earth Outreach haben Non-Profit- und Wohltätigkeitsorganisationen nun die Möglichkeit, eigene Oberflächen für diese Dienste zu erstellen, um auf diesem Weg ihre Anliegen einem weltweiten Publikum näher zu bringen. Diese Layer können von den Organisationen mit eigenen Inhalten bestückt werden. Die erste Organisation in Deutschland, die einen solchen Google-Earth-Outreach-Layer einführt, ist Greenpeace.
Google Earth Outreach ist in erster Linie für NGOs und andere wohltätige Organisationen gedacht. Diese können mit Hilfe des Programms eigene Layer in Google Earth und Google Maps integrieren„, erklärt Kay Oberbeck, Sprecher von Google Nordeuropa.
Für die Organisationen bringe diese neue Möglichkeit vor allem den Vorteil, dass sie so besser auf ihre Projekte und Anliegen aufmerksam machen können. „Mittels Google Earth können Organisationen ein Millionenpublikum erreichen“, betont Oberbeck. Der Dienst sei schließlich mittlerweile weltweit rund 350 Mio. mal heruntergeladen worden.
Die Möglichkeiten, wie die eigenen Anliegen von den Organisationen veranschaulicht werden können, seien dabei vielseitig. „Dazu können Videos, Bilder und Texte mit einem bestimmten Ort auf dem Globus verknüpft werden. Der Nutzer braucht dann nur das entsprechend positionierte Icon anzuklicken, um diese Informationen aufzurufen“, schildert Oberbeck.
Laut Auskunft Oberbecks hätten neben Greenpeace bereits eine Reihe weiterer Organisationen ihr Interesse an dem neuen Service bekundet. „Das Programm findet bei den NGOs einen enorm guten Anklang„, stellt Oberbeck fest. Weitere Partner seien ausdrücklich gewünscht.

Google Earth Outreach ist kein ganz neuer Service. „Wir sind mit diesem Programm in den USA bereits im Juni 2007 gestartet“, schildert Oberbeck. „Die immense Akzeptanz des Projekts in den USA hat schlussendlich dazu geführt, dass wir den Service auch auf andere Länder ausgeweitet haben“, so Oberbeck abschließend.

re:publica: Mit der deutschen Rechtsprechung zurück zum Web 0.5

April 4, 2008 BlackHole Kommentieren

Wer hierzulande bloggt, sieht sich laut Juristen mit vergleichsweise hohen rechtlichen Risiken konfrontiert. Das Spektrum reiche von Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen bis hin zu unerfindlichen Prüfungspflichten von Inhalten schon beim Zulassen von Kommentaren. Blogger würden sich mit ihrer Tätigkeit in die Öffentlichkeit begeben und seien damit juristisch deutlich angreifbarer als in der Privatsphäre, erläuterte der Rechtsanwalt Till Jaeger am Donnerstag auf der Medienkonferenz re:publica in Berlin. Sein Kollege Thorsten Feldmann sah das viel beschworene Mitmachnetz in Deutschland aufgrund zweifelhafter Gerichtsentscheidungen gar zurück auf dem Weg zum „Web 0.5″. Es werde noch soweit kommen, dass Blogger etwa Kommentarfunktionen aus Angst vor Haftungsauflagen komplett abstellen würden.
Im Zentrum der Debatte stand das Urteil des Landgerichts Hamburg gegen den Medienjournalisten Stefan Niggemeier, mit dem dieser für einen mitten in der Nacht verfassten Kommentar zu einem kritischen Beitrag über die Firma Callactive zur Rechenschaft gezogen und zur umfassenden Vorabkontrolle der Lesereinträge verdonnert wird. Der Blogger hatte den auf die Meinungsfreiheit und ein Format des Call-TV-Senders anspielenden Kommentar zwar am nächsten Vormittag nach Veröffentlichung gleich gelöscht. Trotzdem flatterte ihm eine Abmahnung mit Androhung einer Vertragsstrafe im Wiederholungsfall ins Haus. Obwohl Paragraph 7 und 8 Telemediengesetz (TMG) eigentlich eine Haftungsfreistellung etablieren, legten die Hamburger Richter Niggemeier einen „gleitenden Sorgfaltsmaßstab“ mit einem Spektrum abgestufter Prüfpflichten auf.

Der Beklagte will sich mit der Entscheidung nicht zufrieden geben und in die Berufung gehen. Trotzdem sieht Feldmann damit eines der wichtigen Merkmale der Blog-Kultur generell in Gefahr. Die Prüfauflagen inzwischen seien enorm. Bei der Webplattform des Berliner Tagesspiegel etwa müssten gut 800 Kommentare pro Tag vorab kontrolliert und davon in diesem Rahmen rund 300 ausgesondert werden. Derlei Pflichten „verhindern de facto Kommunikation“, monierte Niggemeier. Er als einzelner Blogger könne etwa nicht den ganzen Tag Kommentare freischalten, sodass ihm das Gericht die Einrichtung von Fenstern für die Öffnung der entsprechenden Funktion empfohlen habe. Die beste Antwort darauf könne eventuell nur sein, „anonym aus dem Ausland zu bloggen“.

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