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Archiv für August 5, 2008

Politiker fordern Inhaltskontrollen auf YouTube

August 5, 2008 BlackHole Kommentieren

In Grossbritannien fordern Politiker mehr Kontrolle bei Inhalten auf Videoplattformen. Parlamentsabgeordnete haben insbesondere YouTube dafür kritisiert, dass der Content auf der Webseite nicht ausreichend überprüft werde.
Wie BBC berichtet, schlägt das Culture, Media & Sport Select Committee nun die Einrichtung einer neuen Industriebehörde vor, um (wie immer) Kinder besser vor schädlichen Inhalten zu schützen. Nach Meinung der britischen Parlamentarier sollte es zudem zur üblichen Praxis der Webseitenbetreiber zählen, nutzergenerierte Inhalte vorbeugend(Zensur) zu kontrollieren.

«Äussere Kontrollen, etwa durch Regierungsbeauftragte unabhängiger Einrichtungen, sind sicher sinnvoll. Voraussetzung ist aber ein gesamtgesellschaftlicher Konsens über das, wovor Kinder zu schützen sind»,

meint Medienpädagogin Ingrid Geretschlaeger.
Ausserdem seien natürlich die technischen Möglichkeiten, Zugangsbeschränkungen (Filter) zu exekutieren, erforderlich.

«Was die Betreiber angeht, kann man eine Überwachung hinsichtlich strafrechtlich relevanter Inhalte fordern»,

so Geretschlaeger weiter.
Eine Eignungskennzeichnung für Kinder aber sei von Anbietern nicht zu verlangen.
YouTube verwies entgegen der Politikerforderungen auf seine ohnehin strengen Richtlinien und ein Meldesystem, über das die Nutzer auf bedenkliche Inhalte aufmerksam machen können.
Laut des aktuellen Berichts, den das britische Komitee zu dem Thema vorgelegt hat, haben viele Plattformen allerdings einen sehr «lockeren» Zugang dazu, was das Entfernen illegaler (???) Inhalte betrifft.

«Aufgrund der Fülle der Inhalte auf Videoportalen stellen diese eine besondere Herausforderung für den Jugendschutz dar»,

sagt Thomas Günter, Justiziar der Jugendschutzeinrichtung «Jugendschutz.net».
Aus dem britischen Bericht geht auch hervor, dass es in der Regel 24 Stunden dauert, bis Fotos von Webseiten entfernt werden, die in irgendeiner Weise z.B. Kindesmissbrauch darstellen – laut Komitee eine «schockierende» Erkenntnis.
YouTube-Betreiber Google sagt allerdings, dass die Videoplattform für Kinder sicher sei.
Die grundsätzliche Verantwortung sehen die Experten auf mehreren Seiten.

«Hauptverantwortliche sind immer die Eltern. Sie müssen sich über das Angebot, zu dem sie ihrem Kind den Zugang ermöglichen, informieren»,

meint Geretschlaeger.
Der Anbieter solle aber zumindest darauf hinweisen, wenn die Inhalte auch Material umfassen, das für junge Menschen ungeeignet sein könnten. Günter sieht die Verantwortung zuerst bei jenen, die bedenklichen Content überhaupt hochladen.

«Die Betreiber haben aus unserer Sicht, ähnlich wie Host-Provider, eine mittelbare Verantwortlichkeit für die Inhalte.»

Die Politiker räumen zwar ein, dass es sicherlich unmöglich sei, jedes einzelne Video anzuschauen, zeigen sich mit der Lösung, Inhalte erst zu entfernen, wenn diese gemeldet werden, dennoch nicht zufrieden. Die Selbstregulierung sei bisher nicht ausreichend. Es mangle an Transparenz und Konsequenz. Gesetzliche Regelungen im Medienbereich seien als Rahmen und als Sicherheit für das förderliche Aufwachsen der Kinder durchaus sinnvoll.

«Dafür muss aber wie gesagt ein gesellschaftlicher Grundkonsens bestehen, damit einerseits Gesetze umgesetzt und auch beachtet und eingehalten werden können»,

so die Medienpädagogin.
Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit von Einschränkungen und Begleitmassnahmen in einer freien Mediengesellschaft seien das Um und Auf. Nur so werde ein positives Klima geschaffen, denn es gehe nicht um die Ablehnung von Medien, sondern darum, sinnvolle Angebote zu finden und zu nutzen.

Fazit: Wieder wird versucht das Internet möglichst bald großflächig zu zensieren, sog. „schädliche Inhalte“ werden unter dem Deckmantel des Jugendschutzes aus dem Internet verbannt. Zu sehen bekommt der User nur noch „ein positives Klima schaffende“ Beiträge.

Große internationale Verkehrsschnittstelle zensiert politische Webseiten

August 5, 2008 BlackHole Kommentieren

Während Massenmedien ihre Kritik auf Chinas Zensurmaßnahmen konzentrieren, findet Zensur hier bei uns statt

Paul Joseph Watson
Prison Planet
Monday, August 4, 2008

Während die Massenmedien in Großbritannien den Großteil der vergangenen Woche darauf vewendeten, Chinas Zensur von politischen Webseiten im Vorfeld der olympischen Spiele anzuprangern, ignorierten sie die Tatsache dass Londons St. Pancras International, eine der größten Verkehrsschnittstellen in der westlichen Hemisphäre, bereits Filter einsetzt welche die
Benutzer des eigenen Wi-Fi-Dienstes davon abhalten, politische Webseiten anzusurfen.
Bei meiner Durchreise durch St. Pancras auf dem Weg in die Schweiz hatte ich ein paar Stunden frei die ich dafür verwenden wollte, ein paar meiner favorisierten alternativen Nachrichten-Webseiten aufzurufen. Als ich auf mein Favoritenmenu klickte und prisonplanet.com auswählte, wurde ich mit einem weißen Bildschirm konfrontiert und einem dicken schwarzen Text der mich darüber in Kenntnis setzte, dass die betreffende Webseite geblockt sei und nicht aufgerufen werden könne. War das eine Art technischer Fehler? Nein, denn wie ich bald herausfand, sind alle Webseiten die mit Alex Jones zusammenhängen in St. Pancras geblockt. Nicht nur das, sogar wesentlich mildere, in Richtung linksliberal tendierende Kommentar-Webseiten wie thinkprogress.org waren auf derselben Bannliste. Jede Nachrichtenwebseite die nicht dem Mainstream zuzuordnen ist, war unerreichbar.
Übrigens, als ich vergangenen Sommer das kommunistische China besuchte, welches jede Webseite durch eine Bannliste der Regierung filtert, war prisonplanet.com nicht
blockiert; genausowenig wie jede andere englischsprachige alternative Nachrichten-Webseite. Die Internet-Zensur von alternativen Nachrichten-Webseiten ist in London schlimmer als im kommunistischen China. Die Heuchlerei war überdeutlich als ich die Schlagzeilen in den Zeitungen darüber las, wie böse China sei auf Grund der Zensur von Anti-Regierungsmaterial während Londons größter Verkehrsknotenpunkt, der kürzlich im Umfang von 300 Millionen britische Pfund erneuert wurde, genau das gleiche tat ohne dass man auch nur einen Piep in Londons Zeitungen und der Boulevardpresse hörte. St. Pancras ist mit der Station Kings Cross und der Londoner U-Bahn verbunden. Vielleicht war es unsere Entlarvung des Schwindels bezüglich der offiziellen Geschichte der Londoner Bombenanschläge 2005 gewesen, die die Zensoren geärgert hat. Trotzdem gibt es keine richtige Erklärung dafür, eine Webseite wie thinkprogress.org zu blockieren, welche nicht einmal auf Großbritannien bezogene Themen behandelt. Dies ist ein weiterer Wegbereiter für Internet 2, wo nur regierungsgeprüfte Webseiten die nach einer akzeptierten Antragsstellung eine Erlaubnis bekommen haben, von den Internet-Benutzern gesehen werden dürfen.
Es ruft uns darüberhinaus ins Gedächtnis, wie unsere Massenmedien sämtliche Aufmerksamkeit im Bezug auf Internet-Zensur auf das Geschehen in China gelenkt haben, während exakt die gleichen Kontrollmaßnahmen hier zu Hause umgesetzt werden.