Tillich veröffentlicht Stasi-Fragebogen
Wenige Wochen vor der Landtagswahl hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) einen umstrittenen Fragebogen zu seiner DDR-Vergangenheit veröffentlicht. Tillich verteidigte in einer sächsischen Tageszeitung neben dem Abdruck des Dokuments sein Zögern bei der Veröffentlichung. Er habe sich so gegen eine Kampagne gegen ihn wehren wollen, sagte Tillich. Zudem gehöre der Fragebogen als Teil seiner Personalakte zum Privatesten. „Und drittens gebe ich zu, dass auch Sorge mitspielte. Sorge davor, dass die Wahrheit verdreht wird.“ In Sachsen wird am 30. August ein neuer Landtag gewählt.
‘Kein dienstlicher Kontakt mit Stasi’
Tillich begründete in dem Interview, warum er die Frage nach dienstlichen Kontakten zur Stasi trotz zweier Besuche von Stasi- Leuten auf dem Fragebogen verneinte. „Die Herren waren urplötzlich und unangemeldet da. Ein dienstlicher Kontakt sieht anders aus. Es waren Befragungen.“ Zugleich bekräftigte er frühere Aussagen, wonach er nichts mit der Stasi zu tun hatte. „Darauf bin ich mehrfach untersucht worden.“ Tillich war Ende 2008 wegen seiner Arbeit in der regionalen DDR- Verwaltung in die Kritik geraten. Als CDU-Mitglied war er seit Ende Mai 1989 im Rat des Kreises Kamenz für Handel und Versorgung zuständig und zugleich Vize-Chef der Behörde gewesen.
Vorwurf, Tillich habe Funktion nicht erwähnt
Tillich wurde unter anderem vorgeworfen, diese Vize-Funktion im offiziellen Lebenslauf nicht erwähnt zu haben. Abgeordnete der Linkspartei warfen ihm vor, in seinem Personalfragebogen von 1999 vier falsche Antworten gegeben zu haben. Um die Veröffentlichung des Fragebogens gab es zuvor einen wochenlangen juristischen Streit mit anderen Medien. Nun ging Tillich überraschend selbst in die Offensive. Vertreter der Opposition und des Koalitionspartners SPD kritisierten das Vorgehen.








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